Damit die Kündigung nicht zum Rechtsstreit wird

Die Trennung von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden kann emotional und komplex sein. Obwohl es kein Gericht braucht, um ein Arbeitsverhältnis zu beenden, führen Kündigungen häufig zu rechtlichen Auseinandersetzungen. Mit der steigenden Zahl rechtsschutzversicherter Arbeitnehmender und den Kürzungen der Arbeitslosenkassen wird die Verteidigung gegen Kündigungen zunehmend wahrscheinlicher. Um kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden, ist es ratsam, frühzeitig einvernehmliche Lösungen zu suchen.

Rascher Vergleich statt langem Prozess

Bei Kündigungsstreitigkeiten bietet das Schlichtungsverfahren eine Möglichkeit, schnell eine Einigung zu erzielen. Arbeitgebende können durch einen Vergleich oft mit relativ geringen Kosten einen langwierigen Konflikt vermeiden. Da ehemalige Mitarbeitende oft an einer schnellen Lösung interessiert sind, kann dies eine effektive Strategie sein, um hohe Prozesskosten zu umgehen und zeitnah eine Lösung zu finden.

Aufhebungsvereinbarungen als Königsweg

Eine Aufhebungsvereinbarung ist eine elegante Lösung, um ein Arbeitsverhältnis ohne rechtliche Streitigkeiten zu beenden. Diese Vereinbarungen bieten den Vorteil, dass Kündigungsschutzbestimmungen nicht mehr greifen und das Risiko eines Gerichtsverfahrens minimiert wird. Für die Gültigkeit solcher Vereinbarungen verlangen Gerichte eine Gegenleistung vom Arbeitgebenden, wie etwa eine Freistellung oder den Verzicht auf eine fristlose Kündigung.

Bei Aufhebungsvereinbarungen, die auch finanzielle Abgeltungen wie Überstunden oder Ruhetage umfassen, ist Vorsicht geboten. Nach Art. 341 OR können Mitarbeitende während eines Monats nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht auf Forderungen verzichten, die sich aus zwingenden Vorschriften ergeben. Deshalb sollten solche Abgeltungen sorgfältig und korrekt berechnet werden, um spätere rechtliche Probleme zu vermeiden.

Kündigung und Krankheitsrisiken

Wird ein Arbeitsverhältnis gekündigt, werden viele Mitarbeitende während der Kündigungsfrist krank. Diese arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit, oft aus psychischen Gründen, führt dazu, dass das Arbeitsverhältnis um die Dauer der Krankheit verlängert wird – bis zu maximal 30 Tage im ersten Dienstjahr, 90 Tage bis zum fünften Dienstjahr und 180 Tage danach. Ein kostspieliges Unterfangen für die Unternehmen, insbesondere wenn mehrere Mitarbeitende die Taggeldversicherung beanspruchen und dadurch höhere Versicherungsprämien verursachen.

Martin Schwegler
27.06.2024

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